Zusammenarbeit mit Jägerinnen und Jägern: Was dem Rebhuhn hilft, kommt dem gesamten Niederwild zugute
12.02.2026
Das Engagement der Jägerinnen und Jäger ist für den Rebhuhnschutz unverzichtbar. Sie kennen die Einstände, wissen um aktuelle und ehemalige Vorkommen und beobachten Veränderungen oft über Jahre hinweg. Dieses Revierwissen liefert wichtige Anhaltspunkte für die Umsetzung des Projekts, denn kaum eine andere Gruppe kennt die Feldreviere so gut wie die Revierinhaber und Revierinhaberinnen selbst.
Daraus ergeben sich ganz praktische Möglichkeiten, wie sich Jägerinnen und Jäger einbringen können:
• Meldung von Rebhuhnvorkommen und Teilnahme am Monitoring
• Bereitstellung oder Vermittlung von Flächen für Maßnahmen
• Enge Abstimmung mit Landnutzenden im Revier
• Konsequente Raubwildbejagung im Rahmen einer ausgewogenen Niederwildhege
• Öffentlichkeitsarbeit und Sensibilisierung im ländlichen Raum
Niederwildhege ist gelebter Artenschutz
Einst zählte das Rebhuhn zum typischen Niederwild der offenen Feldflur, bevor der dramatische Verlust dieser Art einsetzte. Zugleich war Niederwildhege schon immer ein Kernbestandteil waidgerechter Jagd. Sie bedeutet, Verantwortung für Lebensräume zu übernehmen – ganzjährig und über Artgrenzen hinweg. Was dem Rebhuhn hilft, kommt dem gesamten Niederwild zugute und fördert zugleich eine Vielzahl weiterer Arten: Neben anderen Feldvögeln und Insekten profitieren Rehwild und punktuell auch weitere Schalenwildarten. Wo Rebhühner vorkommen, passen Struktur, Deckung und Nahrungsange-bot. Niederwildhege ist damit kein Spezialthema, sondern ein Gradmesser für die Qualität eines Reviers.
Vogel des Jahres – gemeinsamer Auftrag für die Zukunft
Dass das Rebhuhn 2026 im Fokus steht, bietet eine große Chance: Aufmerksamkeit, Fördermöglichkeiten und neue Kooperationen. Entscheidend wird jedoch sein, was vor Ort geschieht – im Revier, auf dem Acker, entlang der Feldwege. Schon mit kleinen Maßnahmen kann man viel erreichen.
„Rebhuhn retten – Vielfalt fördern!“ lädt die Thüringer Jägerschaft ausdrücklich ein, diesen Weg mitzugehen. Niederwildhege ist kein Relikt vergangener Tage, sondern aktueller denn je. Wer heute Strukturen schafft, sorgt dafür, dass auch kommende Generationen das Rebhuhn nicht nur aus Büchern kennen.
Denn eines ist sicher: Wo das Rebhuhn eine Heimat findet, ist die Landschaft insgesamt auf einem guten Weg.
Zugehörige Dateien
Verwandte Links
- zum Projektgebiet Thüringer Becken Nord
- zum Projektgebiet Thüringer Becken Ost
- zum Projektgebiet Thüringer Becken West
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