FAQ zum Rebhuhn-Monitoring
Damit das Rebhuhn-Monitoring gelingt, sind auf dieser Seite die Antworten zu den häufigsten Fragen zusammengefasst.
Was benötige ich für die Durchführung der Kartierung?
Damit Ihre Kartierung gelingt, sind nur wenige Dinge wichtig:
- Ein gutes Hörvermögen, um die Rufe sicher wahrzunehmen.
- Etwas Fitness, damit Sie die Zählstrecke zügig ablaufen können.
- Lust, sich über mehrere Jahre am Monitoring zu beteiligen.
Außerdem werden folgende Materialien benötigt:
- Bei der Kartierung über die NaturaList-App
- Ein Smartphone oder Tablet mit installierter NaturaList-App (Hinweis: iOS-Geräte werden nicht unterstützt)
- Einen externen Lautsprecher, um die Klangattrappe aus der App abzuspielen
- Bei der Kartierung mit Feldkarte
- Feldkarte mit Klemmbrett
- Der Download der Feldkarte und die anschließende Dateneingabe über ornitho.de werden Ihnen Schritt für Schritt in dieser Anleitung erklärt.
- Bitte notieren Sie unbedingt die Start- und Endzeit Ihrer Kartierung!
- Ein Abspielgerät, externer Lautsprecher und die Klangattrappendatei
- Feldkarte mit Klemmbrett
- Optional: Fernglas sowie Stirn- oder Taschenlampe zur Orientierung
Kann ich die digitale Kartierung mit der NaturaList-App mit Apple-Geräten durchführen?
Leider nein. Die App NaturaList ist für iOS-Geräte nur eingeschränkt nutzbar. Bitte nutzen Sie – falls verfügbar – ein Android-Gerät oder führen Sie die Kartierung klassisch mit einer Feldkarte durch und geben die Daten anschließend über ornitho.de ein.
Welchen Lautsprecher sollte ich verwenden?
Für das Abspielen der Klangattrappe ist ein externer Lautsprecher erforderlich. Die Lautstärke eines Smartphones allein reicht nicht aus. Ideal sind Lautsprecher, die Sie per Bluetooth oder Kabel mit Ihrem Smartphone oder einem MP3-Player verbinden können.
Viele Kartierer*innen haben gute Erfahrungen mit der robusten JBL Clip-Serie mit Karabiner gemacht. Natürlich sind auch vergleichbare Lautsprecher anderer Hersteller geeignet.
Testen Sie Lautsprecher und Einstellungen vor der Kartierung. Die abgespielten Rufe sollten für das menschliche Ohr in etwa 200 Meter Entfernung hörbar sein, aber die Rebhühner auch nicht verschrecken.
Wie kann ich mich auf das Rebhuhn-Monitoring vorbereiten?
Schauen Sie sich das informative Schulungsvideo "Rebhuhnmonitoring" der Abteilung Naturschutzbiologie der Universität Göttingen an.
Lesen Sie das Methodenmerkblatt sorgfältig durch.
Werfen Sie einen Blick auf den Verlauf Ihrer Zählroute auf der Karte und gehen Sie die Strecke, wenn möglich, vorab einmal ab.
Diese Anleitung erklärt Ihnen sowohl die Dateneingabe in der NaturaList‑App als auch den Download einer Offline-Karte Schritt für Schritt.
Prüfen Sie die richtige Startzeit (30 Minuten nach Sonnenuntergang) und den Wetterbericht. Die aktuelle Sonnenuntergangszeit finden Sie z. B. über Wetter-Apps oder -Webseiten.
Testen Sie Ihren Lautsprecher und die Einstellungen: Die Klangattrappen sollten für das menschliche Ohr in etwa 200 Meter Entfernung deutlich hörbar sein.
Worauf sollte ich während der Kartierung achten?
Damit Ihre Kartierung erfolgreich und vergleichbar ist, beachten Sie bitte folgende Punkte:
Halten Sie den Zeitrahmen ein: Start etwa 30 Minuten nach Sonnenuntergang, Ende etwa 1 Stunde nach Sonnenuntergang.
Nutzen Sie den Hinweg, um sich mit der Strecke vertraut zu machen und führen Sie die Kartierung auf dem Rückweg durch, um die Gehzeit im Dunkeln zu reduzieren.
Bleiben Sie konsequent: Die Zählroute sollte jedes Jahr auf die gleiche Weise (zu Fuß oder per Fahrrad) begangen werden, um vergleichbare Ergebnisse zu gewährleisten.
Die Beobachtungen richtig dokumentieren:
Jedes Rebhuhn wird einmalig am ersten Beobachtungsort erfasst und über die NaturaList-App oder auf einer Papierkarte festgehalten. Unterscheiden Sie dabei, ob Vögel rufend oder visuell (nicht rufend) festgestellt wurden und dokumentieren Sie das beobachtete Verhalten durch eine handschriftliche Notiz oder mit den in der App und ornitho verwendeten Kartiersymbolen:
Rufende Vögel, meist balzende Hähne: Noten-Symbol (Brutzeitcode A2)
Reine Sichtungen: kreisförmiges Symbol (Brutzeitcode A1)
Paare: kombiniertes Männchen-Weibchen-Symbol (Brutzeitcode B3)
Bei Kartierung mit Papierkarte: Notieren Sie unbedingt Datum, Start- und Endzeit sowie die Zählbedingungen (günstig, mäßig oder stark beeinträchtigt).
Darf ich eine Wärmebildkamera beim Monitoring einsetzen?
Singende Männchen stehen oft sehr exponiert und lassen sich in der Dunkelheit mit einer Wärmebildkamera gut erkennen. Dadurch können unter Umständen höhere Anzahlen festgestellt werden als allein über das Gehör.
Dennoch ist für unser standardisiertes Monitoring der Einsatz von Wärmebildgeräten nicht vorgesehen. Selbst wenn sie nur zur Verifizierung genutzt werden, besteht die Gefahr, dass die Ergebnisse von der Standardmethode (Verhören mit Klangattrappe) abweichen. Im Vordergrund des deutschlandweiten Monitorings steht eine über viele Jahre kontinuierliche und vergleichbare Datenerhebung, um so die relative Bestandsentwicklung zuverlässig ableiten zu können. Dafür ist die bewährte Methode mit Klangattrappe und Verhören am besten geeignet und allen Kartierer*innen – auch ohne teure Technik – zugänglich.
Wie funktioniert eine Klangattrappe und wie setze sie richtig ein?
Die Klangattrappe ist ein wichtiges Hilfsmittel, wenn die Rebhähne in der Dämmerung nicht bereits von selbst rufen. Durch das Abspielen eines typischen Rebhahnrufs („kirreck“) wird den Vögeln die Anwesenheit eines anderen Männchens vorgetäuscht. Während manche Rebhähne nur zaghaft antworten, reagieren einige Vögel mit intensivem Rufen oder nähern sich sogar an. Dieses Antwortverhalten offenbart den Kartierenden die Anwesenheit des Tieres, kann aber auch die Aufmerksamkeit von Prädatoren auf den aufgebrachten Hahn lenken.
So setzen Sie die Klangattrappe verantwortungsvoll ein:
Nur bei Bedarf verwenden: Wenn die Rufaktivität bereits hoch ist, verzichten Sie bitte auf die Klangattrappe. Wichtig: In diesem Fall setzen Sie bei der Dateneingabe bitte trotzdem das Häkchen beim Abfragepunkt „Klangattrappe“, auch wenn Sie sie nicht abgespielt haben.
Prädationsrisiko minimieren: Sobald ein Hahn antwortet, sofort abschalten, um die Aufmerksamkeit von Prädatoren nicht unnötig auf ihn zu ziehen.
Spielen Sie die Klangattrappe alle 150 bis 200 Meter in gleichbleibender Lautstärke über einen externen Lautsprecher ab. Dabei werden jeweils drei Rufe nach rechts, nach links und nach vorne abgespielt. Die Lautstärke sollte so eingestellt sein, dass die Rufe für das menschliche Ohr in etwa 200 Meter Entfernung hörbar sind, aber die Rebhühner nicht verschrecken. Nach jedem Abspielen warten Sie etwa 30 Sekunden auf eine Reaktion. Antwortet kein Hahn, wiederholen Sie die Klangattrappe ein weiteres Mal und warten erneut.
Beachten Sie außerdem, dass unverpaarte Hähne gelegentlich der Klangattrappe folgen. Um Doppelzählungen zu vermeiden, achten Sie auf die Richtung der Rufe und entscheiden Sie nach bestem Gewissen, ob es sich um denselben Hahn handelt. Tragen Sie das Rebhuhn in der App oder auf der Karte nur einmal an dem Ort, an dem Sie es zuerst bemerkt haben, ein.
Wann ist der beste Zeitpunkt für die Erfassung?
Seit 2026 liegt der deutschlandweite Erfassungszeitraum zwischen dem 11. Februar und dem 20. März. Studien zeigen, dass die Rufaktivität nach der Verpaarung deutlich abnimmt und damit auch die Wahrscheinlichkeit, balzende Rebhähne zu erfassen. Deshalb empfiehlt es sich oftmals, einen möglichst frühen Termin zu wählen. Beachten Sie jedoch, dass die Zeit der Paarbildung regional und vom Wetter abhängig variieren kann. Wenn Ihnen während der Kartierung Rebhuhnketten begegnen sollten, ist das ein Hinweis darauf, dass die Balzzeit noch nicht begonnen hat. In diesem Fall bitten wir Sie, die Erfassung abzubrechen und zu einem späteren Zeitpunkt innerhalb des Erfassungszeitraums zu wiederholen.
Die Kartierung beginnt etwa 30 Minuten nach Sonnenuntergang und endet rund eine Stunde nach Sonnenuntergang. Rebhühner rufen nur in einem sehr kurzen Zeitfenster zwischen Sonnenuntergang und völliger Dunkelheit, daher kann der Zeitraum nicht beliebig ausgedehnt werden.
Achten Sie außerdem auf die Witterungsbedingungen, damit die Erfassung zuverlässig gelingt: Kein starker Niederschlag und kein starker Wind. Eine geschlossene Schneedecke ist ebenfalls ungünstig, da sie das Risiko für die Rebhühner erhöht, von Beutegreifern entdeckt zu werden. Die Rebhühner verbleiben darum länger im Familienverband und die Balz setzt verspätet ein.
Warum wurde der Erfassungszeitraum verändert?
Die Anpassung des Zeitraums – ab 2026 vom 11. Februar bis 20. März – erfolgte, weil die Rufaktivität des Rebhuhns in vielen Regionen aufgrund milderer Witterungen im Mittel früher beginnt. Auch die Vorgaben in den neuen Methodenstandards zur Erfassung der Brutvögel Deutschlands wurden entsprechend angepasst.
Darf ich eine Zweitbegehung machen?
Ja, das ist möglich. Auch wenn eine einzige Begehung ausreichend ist, können Zweitbegehungen wertvolle Zusatzinformationen liefern. Wenn Sie eine weitere Begehung planen, sollte diese innerhalb von acht Tagen stattfinden, damit die Ergebnisse möglichst wenig durch zu- oder abwandernde Rebhühner verfälscht werden. Eine Zweitbegehung ist ebenfalls sinnvoll, wenn die Wetterbedingungen bei der ersten Kartierung ungünstig waren.
Da das Locken per Klangattrappe mit einem erhöhten Prädationsrisiko für die antwortenden Rebhähne einhergehen kann, sollten nicht mehr als zwei Begehungen stattfinden.
Wie sind Nullzählungen einzugeben?
Auch wenn Sie keine Rebhühner feststellen, ist das Ergebnis genauso wichtig wie eine Beobachtung! Nullzählungen sind vollwertige Erfassungsergebnisse und sollten unbedingt gemeldet werden.
Anleitungen zur digitalen Übermittlung der Daten per NaturaList-App und ornitho.de finden Sie hier.
Wie erfolgt die Auswertung der erfassten Daten?
Alle Daten werden zunächst einer Qualitätskontrolle unterzogen, um eine verlässliche Grundlage für die Auswertung zu schaffen. Anschließend wird die Anzahl der Rufnachweise pro Zählroute ermittelt: Rufende Rebhähne und Paare zählen jeweils als ein, nicht rufende Individuen als halber Rufnachweis gewertet. Anschließend werden daraus Dichten pro 100 Hektar Agrarfläche für eine bessere Vergleichbarkeit berechnet.
Alle Ergebnisse werden jährlich in Monitoringberichten zusammengefasst.
Worin unterscheiden sich das Rebhuhn-Monitoring im Monitoring seltener Brutvögel (MsB) und in den Projektgebieten?
Beim Rebhuhn-Monitoring fließen Zähldaten aus zwei Teilprogramme zusammen. Sie unterscheiden sich räumlich und in ihrer Zielsetzung. Die Methode der Kartierung ist jedoch immer gleich. Daher werden auch alle Routen gemeinsam ohne gesonderte Kennzeichnung in unserer Mitmachbörse beworben. Die wichtigsten Unterschiede sind:
- Rebhuhn-Modul im Monitoring seltener Brutvögel (MsB):
Frühwarnsystem für gefährdete Arten- Wo? Routen verteilt über ganz Deutschland
- Wozu? Langfristige Beobachtung der deutschlandweiten Bestandsentwicklung
- Fact Sheet (Kurzbeschreibung) oder noch mehr erfahren
- Rebhuhn-Monitoring im Projekt „Rebhuhn retten – Vielfalt fördern!“ (2023-2029):
Monitoring trifft Naturschutzpraxis- Wo? Engmaschiges Routennetz in 10 Projektgebieten mit Schutzmaßnahmen
- Wozu? Bewertung, wie die Schutzmaßnahmen wirken
- Fact Sheet (Kurzbeschreibung) oder noch mehr erfahren
Zusätzlich fand 2024 und 2025 im Rahmen des Projekts „Rebhuhn retten – Vielfalt fördern!“ eine bundesweite Kartierung statt, um die Verbreitung und Bestandsdichte des Rebhuhns in Deutschland besonders großflächig und repräsentativ zu erfassen.