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Abwärtstrend gestoppt: Zehn Jahre Rebhuhnschutz in Fellbach

26.06.2026

Zeichen der Hoffnung durch eine Verdreifachung der Rebhuhn-Reviere – Landrat Dr. Sigel und Oberbürgermeisterin Zull besuchten das Modellgebiet "Schmidener Feld" im Projektgebiet "Gäulandschaften und Neckarbecken".

Stuttgart/Fellbach | 17.6.2026 – Zwischen lichten Getreideäckern und blühenden Brachen versteckt sich auf dem Schmidener Feld eine leise Hoffnung: Dort schlüpfen in diesen Tagen die Rebhuhnküken. Jedes überlebende Jungtier ist ein kleiner Schritt nach vorn für den vom Aussterben bedrohten Vogel des Jahres 2026. Im Frühjahr wurden 31 Fellbacher Rebhuhnreviere gezählt – ihre Zahl hat sich seit 2019 mehr als verdreifacht. Ob sich der positive Trend mit den geschlüpften Küken fortsetzt? Darauf hoffte Landrat Dr. Richard Sigel bei seinem Besuch in Fellbach: „Wirksamer Rebhuhnschutz ist ein Langstreckenlauf. Es braucht Jahre, um geeigneten Lebensraum zu schaffen, damit die Tiere überleben und sicher brüten können. Ich freue mich deshalb über die Fortschritte, die nach einem Jahrzehnt gemeinsamer Anstrengungen von Akteurinnen und Akteuren aus Landwirtschaft, Naturschutz, Jägerschaft und Verwaltung hier erreicht wurden.“

Das Schmidener Feld als Modellgebiet

Seit 2023 ist das Schmidener Feld eines von zwei Modellgebieten im baden-württembergischen Projektgebiet "Gäulandschaften und Neckarbecken". Im Zuge dessen legten die beteiligten Landwirte weitere mehrjährige Blühflächen an und säten Lichtäcker ein. Für den NABU-Landesvorsitzenden Johannes Enssle sind diese ein Schlüssel zum Erfolg beim Fellbacher Rebhuhnschutz. „Die Agrarlandschaft muss sich verändern, damit Bodenbrüter wie das Rebhuhn darin überleben können. Dazu gehören helle, lichte und ungespritzte Getreidefelder. Weitere wertvolle Lichtäcker entstehen nur, wenn die Landesregierung die Ziele aus dem Biodiversitätsstärkungsgesetz konsequent verfolgt: Zehn Prozent wirksame Refugialflächen in der Feldflur werden durch eine bessere Förderstruktur erreicht. Und mit ihrem Bodenbrüter-Programm muss die Landesregierung einen langen Atem beweisen, denn es wird viele Jahre dauern, um das Rebhuhn vor dem Aussterben zu bewahren“, betonte er.

Blühende Feldwege bieten Schutz

Nahrungs- und Rückzugsflächen für das Rebhuhn sollten in enger Nachbarschaft zueinander liegen, damit die Rebhühner keine weiten Strecken zurücklegen müssen. Je länger die Tiere ohne Deckung unterwegs sind, desto stärker sind sie in Gefahr, leichte Beute von Fuchs, Marder oder Greifvögeln zu werden. Niedrige Hecken bieten den Vögeln auf dem Schmidener Feld wichtige Verstecke und Schutz bei Starkregen. Das rund 800 Hektar große Projektgebiet ist auch mit blühenden Feldwegen durchzogen. Im Schutz hoher Gräser und Wildkräuter können sich die Rebhühner sicher bewegen. „Wir reduzieren hier aktiv und passiv die Gefahr durch Fressfeinde, um die Rebhuhnbestände zu stabilisieren und zu erhöhen. Je mehr unterschiedliche Versteckmöglichkeiten vorhanden sind, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass sich Rebhühner erfolgreich verbergen können“, weiß René Greiner, Hauptgeschäftsführer des Landesjagdverbands.

„Um das Rebhuhn wirksam schützen zu können, ist es entscheidend zu wissen, wo es vorkommt. Dabei leisten sowohl die NABU-Gruppe Fellbach als auch die örtliche Jägerschaft einen wichtigen Beitrag: Sie beobachten die Bestände kontinuierlich und liefern wertvolle Informationen zu Vorkommen und Entwicklung der Tiere. Dieses gemeinsame Engagement zeigt, dass der erfolgreiche Rebhuhnschutz in Fellbach auf dem Einsatz vieler Beteiligter beruht“, so Greiner.

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